Eine kurze Biografie

  • Geboren 1927 in Breslau
  • Nach Kindheit und Schule 1945 der Wechsel nach Essen, dort gewohnt bis 1953
  • Arbeit auf verschiedenen Zechen untertage (u.a. „Ernestine“ und „Zollverein“ in Essen)
  • Studium: 1954 bis 1957 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (damals in der DDR, in die er in der Studentenzeit gewechselt war).
  • 1960 zurück in den Westen, erst wohnhaft in Warburg, dann ab 1965 in Gelsenkirchen.
  • Verschiedene Wohnungen und Ateliers in Städten des Ruhrgebietes, u.a. auf der Künstlerzeche „Unser Fritz“ (Schacht 2/3) in Herne-Wanne (Atelier und Depot).
  • In den 70er Jahren Mitglied der Gruppe „Werkstatt“ in Gelsenkirchen-Buer, Marienstraße.
  • Seit Mitte der 80er Jahre wohnhaft in einem Gebäude der ehemaligen Zeche Bergmannsglück in Gelsenkirchen-Hassel, dort Einrichtung des „Forums Bergmannsglück“ mit Atelier und Ausstellungsräumen sowie als internationales Begegnungszentrum im Gelsenkirchener Norden. Zu Gast waren u.a. Künstlerkollegen aus Kroatien, Italien, Skandinavien, Bulgarien und Polen.
  • 2001 Gründungsmitglied der internationalen Künstlergruppe „Il Grupo“ mit den Standorten Mailand, Rom, Frankfurt und Gelsenkirchen.
  • Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre lebt er zeitweilig auch in Sofia und wird als Fotograf Zeuge des politischen Umbruchs und des totalen Zusammenbruchs der ehemaligen kommunistischen Diktatur.

2001 fällt die Entscheidung, dass auf dem Areal der stillgelegten Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck eine Maschinenhalle für die „Sammlung Werner Thiel“ von Stadt und Kultur-Ruhr eingerichtet wird. Die Halle wird entkernt, restauriert und entsprechend umgebaut (beispielsweise mit einer Galerie als Zwischengeschoss). Helmut Bettenhausen, Künstlerkollege von der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne, wird vom Kulturamt der Stadt Gelsenkirchen beauftragt, die Sammlung in der alten Maschinenhalle als künstlerische und kulturpolitische Dokumentation einzurichten.

Werner Thiel stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit am 28. April 2003. Die offizielle Einweihung der Maschinenhalle auf „Consol“ mit seiner neu eingerichteten „Sammlung Thiel“ erlebt er nicht mehr.

Seit den 40er Jahren arbeitete er künstlerisch als Zeichner und Grafiker (Linolschnitte).
Bekannt wurden Zyklen über:

  • Jean-Paul Sartres „Die Fliegen“ (ab 1957)
  • Kommentare zum Film „Lohn der Angst“ (ab 1956)
  • über Baudelaires Gedichte „Les Fleurs du mal“ („Die Blumen des Bösen“)
  • über die Hitler-Diktatur karikaturhafte Zeichnungen über die „Henker der Menschheit“ (ab 1958).

Er porträtiert in den 60er Jahren internationale Politiker wie:

  • Charles de Gaulle
  • Konrad Adenauer
  • oder auch Rudi Dutschke von der RAF
  • eines der wenigen Selbstporträts entsteht ebenfalls um 1969.

Seit den 70er Jahren Fotografien von Zechenarealen und Fördergerüsten, Abstraktionen von Bergbau-Materialien. Es entstehen tausende von Zechen- und Halden-Bildern.

Die „Totems des Industriezeitalters“ (Objekte, Installationen, Raumkonstruktionen aus Bergbau- und Haldenmaterialien) inszeniert er ebenfalls ab den 70/80er Jahren.

In seinen Collagen zu verschiedenen Themen (Geschichte, Erotik, Europas Kultur, literarische Aspekte u.a.) seit den 80er Jahren greift er auf die Traditionen des Surrealismus zurück.